Über den Begriff “operando” Messungen

In operando ist die inkorrekt grammatisch häufig geschriebene Form des lateinischen Begriffs operando und findet in den analytischen Wissenschaften Verwendung. Er bezeichnet insbesondere die Messung von Systemen im Betrieb. operando ist der Ablativ des lateinischen operare (arbeiten, wirken, funktionieren) und wird, im Gegensatz zu den in ähnlichen Zusammenhängen benutzten Begriffe ex situ und in situ ohne die Präposition “in” benutzt.

Der Begriff “operando” taucht in der wissenschaftlichen Literatur erstmals im Zusammenhang mit der Messung von Katalysatoren auf [1]. Einsichtig wird der Begriff “”operando”” aus der Perspektive der Materialforschung, in welcher Materialien bzw. Werkstoffe zunächst hinsichtlich ihrer äußeren physikalischen Eigenschaften (spezifisches Gewicht bzw. Dichte, optische, magnetische, mechanische und elektrische Eigenschaften) gemessen werden. Der Einfluss der Umgebungseigenschaften, unter welchen der Werkstoff gemessen wird, ist dabei für gewöhnlich unerheblich. Mit fortschreitender technologischer Entwicklung und wissenschaftlicher Erkenntnis vergrösserte sich das Interesse, die Eigenschaften von Materialien im Konzert mit anderen Stoffen und Umgebungseinflüssen zu verstehen. Ein praktisches Beispiel aus der Chemie ist die Katalyse, in der man die chemischen Eigenschaften von Katalysatoren verstehen möchte. So kann man zum Beispiel den Oxidationszustand eines chemischen Elements in einer Katalysatorverbindung vermittels Röntgenspektroskopie “”ex situ”” messen, wenn man das Katalysatormaterial sprichwörtlich in den Strahlengang des Röntgenspektrometers hält. Hierbei herrschen normaler Luftdruck und normale Umgebungstemperatur im Röntgenlabor.

Interessanter wäre natürlich, wenn man den Katalysator unter den Bedingungen misst, denen er beim Betrieb ausgesetzt ist. Bei der Entschwefelung [2] von Rohöl, welche mittels Katalysatoren technisch erleichtert wird, können das mehrere Hundert Grad Celsius sein in einer Gasatmosphäre aus schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen. Baut man hierzu ein Gefäß, in welchem diese Bedingungen technisch realisiert werden, dann kann man den Katalysator hierin mit Röntgenspektroskopie “”in situ”” messen, also unter bestimmten Bedingungen, für die der Katalysator entwickelt wurde.

Geht man nun einen Schritt weiter und konzipiert das Gefäß zu einem chemischen katalytischen Reaktor, in dem der Katalysator tatsächlich einen chemischen Umsatz macht, zum Beispiel die chemische Abspaltung des Schwefelatoms aus einem Thiophen Molekül, dann kann man das Katalysatormaterial “im Betrieb” mit Röntgenstrahlen untersuchen. Man hierbei zum Beispiel feststellen, dass die Änderung des Oxidationszustandes des Metallanteils im Katalysator, zum Beispiel Molybdän, von den Betriebsbedingten im Reaktorgefäß wie Temperatur, Gasdruck und Gasfluss abhängt. in diesem Fall spricht man von einer “operando”-Messung bzw. operando Spektroskopie.

Für die zulässigen Verwendung des Begriffs ist es nicht erforderlich, dass es sich tatsächlich um einen industriell oder kommerziell erhältlichen Katalysator handelt. Es ist auch nicht erforderlich, dass die umgesetzten Reaktanden Bezug zur industriellen Chemie haben. Ausschlaggebend ist, dass man ein System unter den Bedingungen misst, unter den es dem Konzept nach eine Funktion haben soll, mithin “funktionieren” soll (lateinisch “operare” für wirken, arbeiten, funktionieren).

Die lateinische Fassung dieses Begriffs ist der Praxis klassischen akademischen Fakultäten entlehnt, lateinische Begriffe in der Literatur zu verwenden. so etwa “”modus operandi”” aus der Jurisprudenz oder “”in vitro”” und “”in vivo”” in der Medizin. In der Literatur zur Öberflächenphysik wird sehr häufig der Begriff “”in situ”” verwendet, weil Oberflächen von Materialien stark mit ihrer Umgebung wie Temperatur, Luftzusammensetzung und Luftfeuchtigkeit wechselwirken und es daher oft geboten ist, Materialoberflächen mindestens im Vakuum (“”in vacuo””) zu messen oder aber unter bestimmten wohldefinierten Gasatmosphären (“”in situ””).

operando Messungen sind nicht auf katalytische Systeme beschränkt. So können auch Batterien [3], Brennstoffzellen [4], Superkondensatoren und Solarzellen oder Leuchtdioden operando gemessen werden, ohne aber, nota bebe, kommerziell verfügbare Produkte sein zu müssen. Eine Elektrode, ein Elektrolyt im weit vortechnologischen Stadium können operando gemessen werden.

Einzelnachweise

  • M. A. Bañares: Raman spectroscopy during catalytic operations with on-line activity measurement (operando spectroscopy): a method for understanding the active centres of cations supported on porous materials. In: JOURNAL OF MATERIALS CHEMISTRY. 12, Nr. 11, 2002, S. 3337-3342. doi:10.1039/b204494c.
  • G. A. Katsapov: Deuterium Tracer Experiments Prove the Thiophenic Hydrogen Involvement During the Initial Step of Thiophene Hydrodesulfurization. In: JOURNAL OF MATERIALS CHEMISTRY. 138, Nr. 3-4, 2010, S. 224-230. doi:10.1007/s10562-010-0400-6.
  • A. Braun: Hard X-rays in – soft X-rays out: An operando piggyback view deep into a charging lithium ion battery with X-ray Raman spectroscopy. In: Journal of Electron Spectroscopy and Related Phenomena. 200, Nr. Special Issue, 2015, S. 257-263. doi:10.1016/j.elspec.2015.03.005.
  • G. Nurk: A versatile salt evaporation reactor system for SOFC operando studies on anode contamination and degradation with impedance spectroscopy. In: Journal of Power Sources. 196, Nr. 6, 2011, S. 3134-3140. doi:10.1016/j.jpowsour.2010.11.023.

 

Die Höhe 605

Jetzt – in Korea – wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß es 1979 in Süd-Korea Flugblätter in der Nachbarschaft gab, auf denen vor möglichen Spionen aus dem kommunistischen Norden gewarnt wurde:

“Ist in Ihrer Nachbarschaft jemand neues eingezogen? Könnte er ein nordkoreanischer Spion sein?”

당신 동네로 이사 한 사람 있습니까?

그는 북한의 스파이 일 수 있습니까?

1979. Lange her, oder doch nicht? Was habe ich damals gemacht?

Ich bin in der Nordeifel aufgewachsen. Militärübungen waren dort damals Gang und Gäbe. In Belgien gab es Camp Elsenborn, von wo aus Artillerieübungen auf das benachbarte deutsche Camp Vogelsang erfolgten. Man schoß in der Tat Grananten über ziviles Gebiet in Wahlerscheid. Bei uns daheim rüttelten immer wieder die Fensterscheiben ob des Donners, der von den Haubitzen kam.

Mit dem Gebrüll von Kampfflugzeugen bin ich aufgewachsen. Starfighter aus Nörvenich, F-14 und später F-15 aus Spangdahlem. Eine “belgische” Mirage stürzte neben unserer Schule ab – während der Matheklausur. Jährlich wurde unser Dorf belagert von belgischen und englischen Soldaten – die wir Jungs wiederum regelmässig belagerten und ausfragten. Die Soldaten interessierten sich nur dafür, ob wir eine Schwester hatten … .

Immer wieder rollten Panzerkolonnen über die gut ausgebaute Bundesstraße bei uns in der Provinz hinunter ins Tal. Militärfahrzeuge und Privatautos mit amerikanischen offiziellen grünen Kennzeichen waren keine Seltenheit auf unseren Straßen. Die Yankees aus West Virginia und Tennessee fühlten sich sicher heimisch im abgelegene Hunsrück und in der Eifel.

Nur ein einziges mal wurde ich gewahr, daß deutsche Soldaten in der Nähe lagerten. Eine Seltenheit. Bald erfuhr ich den genauen Standort des Manövers und fuhr mit meinem Fahrrad dorthin – nur wenige Kilometer. Es war ein schöner Sommer in den späten 70er Jahren. Es könnte 1979 gewesen sein. Ich war damals gerade “Teenager”.

Im Wald – an einem Weg und einer Lichtung traf ich dann auf eine handvoll junger deutscher Soldaten, mit denen ich sofort ins Gespräch kam. Sie hatten sich am Wegesrand einen Kampfstand gegraben und waren leutselig und gesprächig.

Sie gehörten zur Luftwaffe und hatten vor ihrer Einberufung zum Bund gerade ihr Abitur gemacht. Wenn ich mich recht erinnere, waren sie in Geilenkirchen stationiert. Aber die Deutschen waren nicht alleine. Sie hatten amerikanische Soldaten bei sich, welche, wie ich heute weiß, die Raketen bewachten, die sie in die Eifel gebracht hatten.

Später daheim erfuhr ich aus sicherer interner Quelle, das es sich bei dem besagten Ort im Wald um die “Höhe 605” handelte.Ein militärisch-strategischer Begriff.

Ich erinnere mich noch genau: “What happened?”, fragte einer der beiden amerikanischen Soldaten (Johnson sein Name – daran erinnere ich mich noch), die den Weg hinaufgestiefelt kamen und sich bei den deutschen Soldaten über irgendeinen Sachverhalt erkundigten.

Ich war begeistert, als ich erfuhr, das nur 50 Meter weiter in einer unlichten Lichtung eine Pershing Rakete stand. Unterdessen fragten mich die Rekruten, ob es irgendwo in der Nähe einen Laden zum Einkaufen gäbe. Ich erklärte ihnen die Örtlichkeiten und sie merkten bald, daß sie selber wohl nicht die wenigen Kilometer zum Geschäft machen konnten, ohne straffällig abwesend zu werden.

Und so fragten sie mich, ob ich ihnen etwas aus dem Geschäft besorgen könne. Als die Soldaten abgewogen hatten, ob sie mir trauen konnten oder nicht, reichten sie mir zwei Zehnmarkscheine mit der Bitte, 2 Flaschen Korn für sie mitzubringen. Stolz wie Oskar schwang ich mich auf den Sattel und düste los – “im Auftrag der Bundeswehr”.

Der Alkoholkauf im Dorfladen klappte problemlos. Die Inhaberin, die an der Kasse bediente, hatte  keine Rückfragen. Ich war damals höchstens 14. Die beiden Kornflaschen steckten in einer Plastiktüte, die ich am Lenker befestigt hatte. Ich fuhr vorsichtig in den Wald zurück, damit die Flaschennicht etwa aneinanderschlugen und zerbarsten. Aber – die Straße durch den Wald war größtenteils asphaltiert.

Unterwegs begegnete ich einem Dkw mit Feldjägern. Ich befürchtete, sie könnten mich anhalten und kontrollieren. Obwohl dies hier mein Territorium war. Schließlich war ich am Ziel. Die Soldaten staunten nicht schlecht, als ich die Tüte mit dem Korn präsentierte. Sie waren hocherfreut und bedankten sich mit Worten und mehreren Tafeln Schokolade.

Aber einen richtigen Wunsch hatte ich. Ich wollte die Rakete sehen! Das war die Gelegenheit. Und das sagte ich dann auch. “Kann ich mal die Rakete sehen!” Und wieder zögerten und diskutierten die zwei oder drei Deutschen, aber einer ging dann mit mir los den Nebenweg hoch, dann rechts in den Wald und dann noch einmal rechts:

Da. Unter einem grossen Tarnnetz eng zwischen den Bäumen ein riesen Lastwagen mit einer riesen Rakete drauf. Das war also die ominöse Pershing II, von der man in der Zeitung gelesen und im Fernsehen immer wieder gehört hatte.

Dem Luftwaffensoldaten war nicht allzuwohl dabei, was er mir zeigte und wollte mit mir dann auch gleich wieder zurück. Kein Problem. Ich war sehr beeindruckt. Zufrieden und ging wieder zurück zum Hauptweg – auf dem nun eine “Ente” hielt. Ein Citroen 2CV.

Der Motor war aus, in dem Auto saßen zwei attraktive Frauen um die 30. Und sie plauderten intensiv und freundlich und lustig mit den deutschen Soldaten. Das waren keine Frauen aus dem Dorf. Das waren Stadtfrauen. Ihr Auto hatte ein Kennzeichen aus Bonn. Wie (zum Teufel) und vor allem warum kam so ein Auto auf diese Waldstraße?

Hier konnten nur Waldarbeiter fahren, Förster, Jäger oder allenfalls Zoll und Bundesgrenzschutz. Selbst die Polizei kam nicht hierhin. Hier im großen Wald gab es ein generelles Verbot für Kraftfahzeuge.

Vor 2 Jahren bin ich nochmal dagewesen auf einer schönen Winterwanderung ohne Schnee.

Jetzt, 40 Jahre später, frage ich mich umso mehr, warum diese beiden Frauen mit ihrer Ente von Bonn zur Höhe 605 fuhren  – gerade dort, wo die NATO mit ihren Raketen übte.

 

 

 

 

 

Heilpraktiker und die Götter in Weiß

Die Ärzte und ihr Monopol.

Das Studium der Medizin ist die in Deutschland am besten organisierte universitäre Ausbildung. Als ich während meines Physikstudiums beschloß, meinen Anspruch auf den Medizinstudienplatz einzulösen, staunte zunächst einmal Professor Genzel nicht schlecht, als ich mir bei ihm meine Physik-Scheine für das Medizinstudium anrechnen ließ: “Wie haben Sie das geschafft?”

Er war davon ausgegangen, daß ich wie viele andere auf Umwegen an den Studienplatz gekommen war und Physik nur als Ausweichstudium begonnen hatte. Weit gefehlt: ich hatte ein sehr gutes Abitur und viele Punkte im ZVS numerus clausus. Ich war ein ordentlicher Medizinanwärter. Aber ich hatte Physik als Neigungsfach gewählt. Mit dem Abschluß meines Physikstudiums hätte ich den Anspruch auf meinen Medizinstudienplatz verloren.

Als mein erstes Medizinsemester begann, staunte ich nicht schlecht. Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) hatte offenbar den politisch gewünschten Geschlechterproporz durchgesetzt. Zu 50% Herren und zu 50% Damen. Diese waren im übrigen alle gutaussehend, meist gut gewachsen, teils sonnengebräunt, sympathisch, sportlich, gesund, gut gekleidet.

Daß es sich bei Ärzten um Götter in Weiß handelt – jedenfalls in der Vorstellung des Normasterblichen – kommt also nicht von ungefähr. Der Platz auf dieser Seite und auch meine Zeit reichen nicht aus, um alle Medizineranekdoten, die ich während meiner Studien erlebt habe, aufzuschreiben.

Eines der medizinischen Praktika nannte sich Berufsfelderkundung. Mit dieser Veranstaltungsreihe sollten die angehenden Mediziner darauf vorbereitet werden, das nicht jeder von Ihnen später einmal Allgemeinmediziner mit eigener Praxis oder gutverdienender Facharzt werden könne. Wir besuchten also an einem Tag die Pathologie im Klinikum der RWTH und erhielten einen ersten Einblick in die medizinische Forschung – welche nicht so gut vergütet wird, wie die fachärztliche Praxis am lebenden Patienten.

An einem anderen Tag gingen wir in ein von einer Glaubensgemeinschaft geführtes Hospiz. Ein Geistlicher erklärte uns, wie die tägliche Arbeit mit Patienten aussieht, bei denen keine Aussicht auf Heilung mehr besteht und bei denen viele Körperfunktionen und geistige funktionen bereits ausgeschaltet sind.

Später besuchten wir das Gesundheitsamt. Einer der höheren ärztlichen Beamten beklagte sich uns gegenüber “Die Heilpraktiker, die haben gar kein Studium und sind doch so gut in der Bevölkerung anerkannt”. Dieser neidvolle Satz kommt mir imer wieder in Erinnerung, wenn aus der Ärzteschaft Kritik an den Heilpraktikern und Vertretern ähnlicher Heilberufe laut wird.

Als mein Vater sich vor fast 50 Jahren entschloß, keinen Tabak mehr zu rauchen, fiel ihm das nicht leicht. Aber wenige Sitzungen zur Akupunktur beim Heilpraktiker machten der Sucht nach dem Nikotin ein Ende.

Meine Halsentzündungen, die ich jährlich im Frühjahr zu Karneval und im Herbst zu St. Martin bekam, sollten durch die Entfernung meiner Mandeln durch den Chirurgen endgültig beseitigt werden. Aber erst die Spritze durch den Heilpraktiker hatte Erfolg.

Um die Erfolgsbilanzen von Ärzten und Heilpraktikern noch weiter zu relativieren, könnte ich jetzt weitere Beispiele bringen, wo der Arztbesuch ohne Erfolg geblieben ist. Darum soll es hier aber nicht gehen.

Kürzlich hat der Münsteraner Kreis ein Memorandum veröffentlicht, in dem er fordert, daß der Heilpraktikerberuf entweder abgeschafft oder als eine unter ärztlicher Aufsicht stattfindende Ausbildung reguliert und kontrolliert werden soll.

Ein oft gehörtes Argument bei der Kritik an Heilpraktikern ist, daß die Erkenntnisse und Lehren der Schulmedizin auf wissenschaftlichen Fakten beruhen, während die alternativen Heilberufe auf einem mystisch verbrämten Weltverständnis beruhten.

Die Medizin-Wissenschaftler verkennen dabei eines der elementarsten Prinzipien der Wissenschaft, nämlich des Fragens und des Zweifelns. Mit der Kenntnis aller möglichen Krankheitsbilder ist längst nicht immer Heilung in Sicht. Die Medizin kann noch so sehr versuchen, den Menschen in seiner Krankheit zu kurieren – am Ende stirbt er doch.

Häufig suchen Menschen den Heilpraktiker und Schamanen erst auf, wenn der Arzt und die Pharmazie, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß. Die menschlichen Leiden sind nicht immer organischer und physiologischer Natur. Wo ist der Schaden, wenn ein Mensch von seinem Leiden durch Naturmedizin geheilt wird, aber eine rationale Erkärung hierfür nicht möglich ist?

Der Münsteraner Kreis und viele seiner Vorgänger wollen uns vor Scharlatenen schützen. Aber gibt es unter den studierten Medizinern keine Scharlatane? Wie hoch ist die Versagensquote und Mißbrauchsquote bei den approbierten Ärzten?

Unser Gesundheitssystem beruht im wesentlichen auf der Schulmedizin und der ihr verwandten Pharmazie. Beides sind enorme Geschäftsmodelle mit einem unvorstellbaren Milliardenvolumen unserer Volkswirtschaft. Wir leiden unter überbordenenden Kosten des Gesundheitssystems. Wie hoch ist der Anteil des Umsatzes und des Profits der Heilpraktier am Gesamtvolumen des Gesundheitsgeschäfts?

Springt der Münsteraner Kreis jetzt etwa auf den Fakten-Zug auf, weil er seine Chance wittert, das Heilpraktikerwesen austrocknen und damit das Monopol seiner Zunft vollenden zu können? Ich denke, so ist es.

Chefkoch Harald Wohlfahrt: abserviert

Vor einigen Jahren erschien im Fernsehen eine Reportage über einen Koch, der in einem kleinen Schwarzwalddorf ein vielbesuchtes Restaurant führte.

Eine Szene zeigte, wie der Koch in der Küche seine jüngeren Kollegen über seine experimentelle “Kreation” informierte und die weitere Vorgehensweise für den Ofen vorschlug.

In einer anderen Szene erklärte der Koch dem Fernsehreporter, dass er nur solche Köche einstellen könne, die selber unabhängig arbeiten könnten. Dies wäre nötig, damit er selber genügend Zeit hätte, sein Kochgebiet weiter entwickeln könne.

Und schließlich zeigte die Kamera, wie der Koch im Restaurant zu den Gästen ging – von Tisch zu Tisch – und sich nach deren Wohlbefinden erkundigte.

An einem Tisch bat ein Paar den Koch um seine Signatur auf der Menükarte. Der Koch kam der Bitte freundlich entgegen, nahm Menükarte und einen Stift und signierte dieselbe.

Später im Interview machte ihn der Reporter auf dieese Szene aufmerksam und fragte “Wenn man Sie bittet, die Menükarte mit ihrem Autogramm zu versehen, dann sind Sie ja eigentlich so etwas wie ein Prominenter, oder nicht?”

Der Koch blickte etwas zur Seite, überlegte kurz und nickte dann. So jedenfalls habe ich die Szene in meiner Erinnerung.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Aussage, dass er sein Gebiet als Koch weiterentwickeln wollte. Der Kochberuf ist ein kreativer Beruf. Diese Einstellung kann ich als Wissenschaftler sehr gut nachempfinden.

Am 25. Juli 2017 meldeten die Zeitugen, dass sich der Koch Harald Wohlfahrt per Gerichtsbeschluss in seine Küche klagen würde.

Diese Meldung ließ mich aufhorchen, und bald ahnte ich, daß es sich bei Harald Wohlfahrt um den besagten Koch aus der Fernsehreportage handelte. Nicht nur die Boulevardpresse brachte diese Meldung, sondern seriöse Zeitungen.

Wer sich mit diesem Fall beschäftigt, kommt zu dem Schluß, das es sich bei Harald Wohlfahrt nicht um einen Starkoch und erst recht nicht um einen Fernsehkoch handelt. Das Manager Magazin bezeichnet ihn in seiner Meldung am 25. Juli respektvoll als Spitzenkoch:

Nach vier Jahrzehnten Zusammenarbeit und 25 Drei-Sterne-Jahren für die “Schwarzwaldstube” stehen sich der Inhaber und der Spitzenkoch Harald Wohlfahrt vor Gericht gegenüber.

Einen Stern im bekannten Michelin Führer zu errreichen bedeutet für Koch und Restaurant, die höheren Weihen der kulinarischen Kunst zu besitzen:

ein Stern – „Eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“

Harald Wohlfahrt ist für seine Arbeit in der Schwarzwaldstube sogar mit der Höchstzahl von 3 Michelin Sternen ausgezeichnet.

drei Sterne – „Eine der besten Küchen – eine Reise wert“.

Wer hätte gedacht, daß ein solcher Koch einmal darauf klagen würde, in seine Küche zurück zu dürfen?

Harald Wohlfahrt konnte das höchste Niveau von 3 Sternen 25 Jahre lang ausnahmslos halten. Damit ist er eine Autorität in der Welt der Kochkunst. Das bescheinigte ihm die New York Times, als sie ihn 1994 zu den zehn besten Köchen wählte.

Ich hatte bisher nicht das Vergnügen und die Ehre, Wohlfahrts Kreationen in der Schwarzwaldstube zu studieren. Obwohl ich gelegentlich mit dem Gedanken gespielt hatte – auch wenn ich weder Namen von Restaurant noch Koch kannte.

Aus meiner Pilgerfahrt zur Schwarzwaldstube nach Baiersbronn, um dort zu speisen und die Menükarte von Spitzenkoch Harald Wohlfahrt signiert zu bekommen, wird leider nichts werden. Harald Wohlfahrt wird das Restaurant, welches ihm über ein Vierteljahrhundert 3 Michelin Sterne verdankt, verlassen.

Zwar versuchte der 3-Sterne Koch, sich nach einem Streit mit seinem Arbeitgeber per Gerichtsbeschluß zurück in seine Küche zu klagen. Harald Wohlfahrt war bewußt, daß seine Beförderung zum kulinarischen Direktor einer Degradierung zum Frühstücksdirektor gleichkam.

Für einen Koch, der, wie oben in meiner Einleitung erklärt, unabhängige Mitarbeiter braucht, damit er selbst die Kunst und die Wissenschaft des Kochens weiterentwickeln kann, kam diese Beförderung einem Berufsverbot gleich. Zeitweise hatte der Spitzenkoch Hausverbot im Restaurant.

Aber gestern einigten sich Chefkoch Wohlfahrt und sein Arbeitgeber auf einen Vergleich, mit dem wohl auch Wohlfahrt zufrieden sein kann, glaubt man seiner Stellungnahme in Presseberichten vom 26. Juli 2017.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaube und Zweifel

Glaube und Zweifel

Ontologische Kontrapunkte des menschlichen Bewußtseins

Die Wissenschaft gilt als die rationalste unter den Disziplinen geistiger Tätigkeit und umfaßt die Schaffung von Wissen im engeren wörtlichen und die Gewinnung von Erkenntnissen im weiteren Sinne.

Insbesondere die Naturwissenschaften gelten in der Allgemeinheit, in der Bevölkerung als über alle Zweifel erhaben. Gleichenorts ist der Zweifel mit einer unbestritten negativen Konnotation behaftet.

In den letzten Monaten wurde die Wissenschaft (engl. science vom lt. scire, dt. wissen) verstärkt in die öffentliche Wahrnehmung gedrängt. Ich habe den Eindruck, dass dies eine Folge der Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Seine politischen Anschauungen und Absichtserklärungen stehen im Widerspruch zu einer seit Jahrzehnten und in den letzten Jahren vermehrt beobachteten Politik der Steuerung und Besteuerung des Energieverbrauchs bei den wohlhabenderen Industrienationen dieser Welt.

In direktem Zusammenhang hierzu steht das Thema Klimawandel und durch die Menschheit verursachter Klimawandel. Einerseits ist der Klimawandel eine wissenschaftliche Theorie im eigentlichen Sinne. Historische und aktuelle Messungen von Temperaturen und Gaskonzentrationen auf der Erde wollen von Wissenschaftlern verstanden werden. Damit ist gemeint, dass die empirischen Beobachtungen, die wir in der Natur und teilweise in Laborexperimenten machen, im Großen und Ganzen als Mechanismus verstanden und als Modell erklärt werden können. Das Modell besteht aus teils anschaulichen physikalischen und chemischen Abläufen, die unsere Beobachtung in Labor und Natur qualitativ richtig und quantitativ mit einer gewissen mathematischen Genauigkeit hinreichend gut erklären.

Modelle sind oft wesentliche Bestandteile wissenschaftlicher Theorien. Jeder Wissenschaftler ist früher oder später mit der Aufgabe konfrontiert, seine Beobachtungen mit einer Theorie zu erklären. Das ist der eigentliche Kern seiner Arbeit als Forscher: die wissenschaftliche Hermeneutik. Im Austausch mit anderen Wissenschaftlern kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen darüber, ob Messungen korrekt durchgeführt und Beobachtungen richtig interpretiert worden sind. Nicht selten entsteht daraus ein wissenschaftlicher Disput (lt. putare, dt. meinen, glauben. Im dis-putare steckt mit „dis“ die Entzweiung, der Zweifel, und mündet unter Umständen in den Gegensatz, die Kontroverse), in welchem die Ergebnisse des einen Wissenschaftlers von einem anderen Wissenschaftler hinterfragt oder gar angezweifelt werden.

Die eigene Meinung wird dem Wissenschaftler implizit zugestanden, wohingegen die Lehrmeinung auf der breiten Akzeptanz einer Auffassung, einem Konsens beruht, der durch den wissenschaftlichen Diskurs entstanden ist. Dieser Diskurs ist ein prinzipiell endloser Prozeß, in dem sich der wissenschaftliche Stand der Dinge laufend und gelegentlich diskontinuierlich erneuert. Die Quantenhypothese, die sich vor etwa 100 Jahren gebildet hat, ist eine solche Diskontinuität, in welchem die Theorie der Quantenmechanik die klassische Mechanik, welche ebenfalls eine Theorie ist, sprunghaft in wichtigen Teilen der Physik und unseres Weltverständnisses abgelöst hat.

In diesem Lichte ist auch die Theorie des Klimawandels zu sehen. Unter den Wissenschaftlern gibt es Vertreter, die die Hypothese, dass unsere menschliche Zivilisation und insbesondere unser sehr hoher Verbrauch an fossilen Brennstoffen mit der daraus resultierenden Freisetzung von Kohlendioxid zur Erderwärmung führt. Diese These für sich alleine hätte keinen besonders hohen gesellschaftlichen und politischen Rang, wenn die Erderwärmung nicht direkte Folgen für die Menschheit hätte. Auch diese Folgen sind Teil der Klimawandelhypothese.

Unter den Wissenschaftlern gibt es auch Vertreter, die die Klimawandelhypothese anzweifeln. Zu diesem Zweifeln gehören zum Beispiel die Behauptung, daß die Theorie auf unkorrekten Messdaten beruht, daß die Interpretation der Daten nicht korrekt ist, daß die Folgen der Erderwärmung, falls sie denn von den Zweiflern eingeräumt wird, unrealistisch oder übertrieben sind, oder daß eingeräumt wird, daß der Klimawandel und all seine möglichen katastrophalen Folgen als Naturereignis zu verstehen sind wie etwa das Kommen und Gehen von Eiszeiten, die der Mensch weder auslösen noch aufhalten kann.

Alarmiert durch ein Katastrophenszenario von biblischem Ausmaß, in dem die Eiskappen an den Polen schmelzen, Küstengebiete überschwemmt werden, Dürren zu Mißernten, Hungersnot, Völkerwanderungen und Krieg um Nahrungsmittel führen, gesellen sich auch besorgte Bürger zu den Vertretern der Klimawandelhypothese. Da diese Hypothese nicht nur von bedeutenden Wissenschaftlern, sondern auch von einflußreichen Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kunst, Gesellschaft und Glaubensgemeinschaften gestützt wird, hat sich, nicht zuletzt durch betriebene Meinungsbildung ein gesellschaftlicher und öffentlicher Konsens zu einem Sachverhalt gebildet.

Dieser Konsens steht auf zwei Säulen. Erstens ist der anthropogene Klimawandel eine wissenschaftliche Tatsache. Zweitens lassen sich seine katastrophalen Folgen abwenden, wenn die Menschheit, also wir, unser Verhalten ändern. Es ist vor allem die Wissenschaftlichkeit der ersten Säule, die der Rechtfertigung der zweiten Säule die nötige Autorität vermittels ihrer Glaubwürdigkeit verleiht.

Wer wie auch immer geartete Zweifel an der Klimawandelhypothese äußert, verläßt diesen gesellschaftlichen Konsens und setzt sich einer entsprechenden Gefahr der Ächtung aus, die um so größer ausfällt, je größer die Reputation des Zweiflers ist. Der Klimawandel ist mithin nicht mehr nur eine wissenschaftliche Hypothese, sondern ein Dogma, das nicht hinterfragt werden darf. Der Klimawandel wird daher zu einer Tatsache, an die man glauben muß.

Mit dieser wissenschaftlichen Autorität im Gepäck, im Rucksack sozusagen, werden seit über einem halben Jahr Millionen Menschen weltweit zu einem „March for Science“ mobilisiert. Dieser Marsch für die Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit versteht sich als Gegenbewegung zur neuen Politik Donald Trumps und seiner Anhänger, welche entweder bezweifeln, daß der Klimawandel wissenschaftlich erhärtet ist, oder der Meinung sind, der erkennbar zu erwartende Schaden aus einem Verzicht auf die Nutzung fossiler Brennstoffe sei größer als der Nutzen, der von einer Stabilität des Weltklimas zu ziehen sei. Den Zweiflern am Klimawandel und seinen Ursachen und Folgen wird damit Unwissenschaftlichkeit unterstellt.

Mit der Reputation der Klimazweifler – manche gehen sogar so weit, sie Klimaleugner zu schimpfen – droht auch der Zweifel selbst in Verruf zu geraten. Dabei ist wohl den wenigsten Menschen bewußt, daß der Zweifel zu den elementarsten Voraussetzungen wissenschaftlichen Wirkens gehört. Ich möchte in diesem Aufsatz den Zweifelsbegriff rehabilitieren.

Es ist eine weit verbreitete Meinung, daß gerade die Wissenschaftler diejenigen seien, die alles am genausten wissen oder wissen müssten. Diesem Fehlurteil möchte ich das sokratische Ideal gegenüberstellen, nachdem wir lediglich genau wissen sollten, daß der Zweifel im Verhältnis zum Wissen, zur Gewißheit die höhere rationale Instanz darstellt und nur der Glaube als irrationale Instanz über dem Zweifel steht. Für beide Fälle gilt die Einschränkung, daß der Mensch die dazu nötige Stärke aufbringen muß. Der Gläubige scheitert am Zweifel (so wie Kreuzritter Antonius Block im Film „Das siebente Siegel“ (Bergman 1957)). Wissenschaft ohne Zweifel ist zum Scheitern verurteilt wie das mystische verbrämte Mittelalter.

Der Zweifel ist der Urknall der menschlichen Existenz (unknown 2016)“, indem er als Störung der Harmonie am Nexus von Rationalität und Irrationalität des menschlichen Daseins in unser Bewußtsein tritt – so wie die Vertreibung aus dem Paradies des Glaubens oder die Befreiung aus der Knechtschaft des Dogma.

Der Zweifel gebietet uns, für uns selber zu denken, uns selbst ein Urteil über die Dinge, wie wir sie als vielleicht nur scheinbare Wahrheit vorfinden, zu bilden, ohne dabei den Zweifel als ultima ratio für die Zukunft einzuschränken. Denn allzu oft lauerte der Zweifel nicht am Eingang zur Heideggerschen Höhle, an der sich das Sichtbare vom Verborgenen (Heidegger 1997), die Wahrheit von der Unwahrheit scheidet, sondern an ihrem Ausgang, wo das Licht der Erkenntnis leuchtet.

Der Physiker Richard P. Feynman bezog 1955 – zehn Jahre, bevor er den Nobelpreis für Physik entgegennahm – in einer Rede (Feynman 1955) Stellung zu der Frage, was die Bedeutung der Wissenschaft für die und die Rolle des Wissenschaftlers in der Gesellschaft sei. In seiner Abhandlung hob er die Freiheit zum Zweifel als den wichtigsten Wert der Wissenschaft hervor:

“Unsere Freiheit zu zweifeln entstammt aus dem Kampf gegen Autoritäten in den frühesten Tagen der Wissenschaft. Es war ein tiefgehender und mächtiger Kampf: gestattet uns, die Dinge in Frage zu stellen – sie anzuzweifeln – uns nicht sicher zu sein. Ich glaube, daß es wichtig ist, daß wir diesen Kampf nicht vergessen, um nicht womöglich das zu verlieren, was wir errungen haben.”

 

Bergman, Ingmar (1957). Det sjunde inseglet (Das siebente Siegel, http://www.imdb.com/title/tt0050976/)

Feynman, Richard P. (1955). Public address: The Value of Science. Autumn meeting of the National Academy of Sciences. Caltech, Pasadena CA.

Heidegger, Martin (1997). Vom Wesen der Wahrheit (Zu Platons Höhlengleichnis und Theätet), Vittorio Klostermann.

Unknown Source (2016). Der Zweifel ist der Urknall der menschlichen Existenz. YouTube.

“… bei mir braucht kein Mensch zu glauben …”

Da Herr Wachtendonk über die beiden apollinischen Gaben der Dichtkunst und der Prophetie verfügt, wen wundert’s, daß er auch die dritte, die Heilkunst ausübt?

Ich sag’, Sie können in der Kirche glauben, bei mir braucht kein Mensch zu glauben. Das ist nichts Übernatürliches, das ist doch kein Hokuspokus, ich sag’, das ist etwas, was im natürlichen Bereich liegt, nur wissen wir nicht, was das ist, so sehe ich das.

Der Seher, Dichter und Heiler Hubert Wachtendonk (1927-1985).

Eisvogel. Von Bernhard Kirfel.
Verlag Clemens Zerling
1. Auflage, Berlin 1990, ISBN 3-88468-039-0

Has The Transition From Fossil Fuel to Hydrogen Economy Finally Begun?

Yesterday was a highlight. My First Ride in a Hydrogen Fuel Cell Car
The first time for one of my business trip I drove a hydrogen propelled fuel cell car. A Hyundai ix35.

Dr. Artur Braun filling Hyundai ix35 fuel cell car with hydrogen at the COOP pronto gas station in Hunzenschwil, Switzerland.

Since 2008, major part of my scientific activity was the production of solar hydrogen in photo electrochemical cells. Together with my group members and our collaborators worldwide we have run experiments, done investigations, wrote research proposals to get project funding, supervised PhD theses, MSc theses and BSc theses for this topic, wrote publications, participated in and spoke on conferences, organised conferences and so on, and so on.

For almost 10 years I, we, an entire community worldwide which has demonstrated and experienced an explosion rate growth, had a great time for a new technology for renewable energy production. I felt the time is coming that this solar hydrogen technology is going to make it into the market.

Lately, my organisation has built a hydrogen pumping station where you can fill your car with hydrogen, provided it feeds on hydrogen. And more recently, a major grocery retail store chain in Switzerland, the COOP company established a hydrogen filling station at one of their many COOP pronto gas stations in Hunzenschwil in the Canton of Aargau. It came in the news, in the TV, in the internet.

Hyundai ix35 at the COOP pronto gas station hydrogen filling terminal in Hunzenschwil, Switzerland.

On 10 November 2016 I participated as a founding member in the inauguration of the Daylight Academy, a new institution funded by the VELUX Stiftung in Switzerland. The foundation promotes the use of daylight for humankind. The inauguration ceremony took place at the WSL, the Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research in Birmensdorf.

For my business travels in Switzerland I frequently use the vehicles of my employer’s car pool. I did so for the travel to the inauguration to Birmensdorf WSL, because on the next day I would have another very early ride to EPFL in Lausanne. On my way back at night from the Daylight Academy inauguration I gave my colleague Dr. Rudolf Struis from Paul Scherrer Institute a ride to the train station. He had also participated in the inauguration workshop and ceremony. In the car we discussed many things, also our work on environmental sustainability and the use of car pooling. Then it popped up in my memory that my employer had recently acquired a hydrogen fuel cell vehicle from Hyundai. So I told him that my next booking of a vehicle from the car pool would be the fuel cell car.

This was exactly yesterday on the 16 December where I visited him and two of his colleagues for a project discussion on a synchrotron experiment on dye sensitised solar cells which we are planning for.

The fuel cell car was a spacious sports utility vehicle which reminded me of my 2001 Grand Jeep Cherokee. But the Hyundai appeared to me more speedy. I did not feel the heavy weight which I was used from the Jeep. Push the gas pedal and the fuel cell car speeds of. It had automatic transmission and was easy to use. Actually, I did not really notice this was a fuel cell car when driving it. It felt like any normal car.

One problem at this time is that there are not many hydrogen gas stations. In Switzerland there is one at Empa in Dübendorf by Zürich. And the one at COOP in Hunzenschwil. There was one near Lac Le Man which is currently being moved to Neuchatel. And there is a research hydrogen station in Martigny operated by EPFL. That’s about it at this time.

Have we finally arrived at the fuel cell vehicle age?

Has The Transition From Fossil Fuel to Hydrogen Economy Finally Begun?

When I was Physics student in Aachen, some of my Korean friends studied Maschinenbau, some of them were in the groups of Prof. Franz Pischinger, an internationally renown Professor for combustion engine technology.

When I moved to Switzerland for my doctoral thesis, I entered the field of electrochemistry. My PhD thesis research project was funded by the Swiss Priority Program on Materials Research and was supposed to produce an electrochemical double layer capacitor, a “Supercapacitor” to be used in electric locomotive trains. So I worked in a project on alternative energy for mobility applications with Dr. Rüdiger Katz, my supervisor.

In 1998 or 1999, I do not remember exactly anymore, I joined a brainstorming led by ETH Professor and PSI Director Meinrad Eberle, where a project on fuel cell vehicles had been discussed. While Prof. Eberle was known as a hardcore automotive combustion engineer, he listened to the various minds in the brainstorming and in the end basically said “OK, then let’s go for the fuel cell car project”. I thought for a classical combustion engine guy like Eberle this would be a big move.

I knew about the fuel cell for automotive applications since I joined PSI as a PhD student in 1996. I shared my office with Dr. Felix Büchi, a fuel cell stack expert and Dr. Hans-Peter Brack, a polymer membrane expert. On a side note, I want to acknowledge that learned a lot from them during my three years at PSI.

So, anyway – the big expectations and frequent doubts over fuel cell cars that I witnessed in the late 90s – here it is, the fuel cell car which runs on hydrogen. I drove it.

Where does the hydrogen for the fuel cell cars come from?

Most of the hydrogen produced by chemical industry is made from water vapour guided over hot coal. The water-gas-shift reaction makes that the water H2O molecule is split into hydrogen gas and oxygen, the latter combines with the coal to carbon monoxide CO, a toxic gas. This process can be called thermolysis. So, this hydrogen is won from fossil fuels.

The water can also be split (oxidised) and converted to hydrogen and oxygen by electrolysis. The electric power necessary for this process can be taken from the electricity grid. The electricity can be produced from coal and gas power plants, from nuclear power plants, from wind and maritime tide power plants and also from photovoltaic – from solar energy. The exhaust of a fuel cell car is only water vapour.

The electric power for the hydrogen I pumped at COOP pronto in Hunzenschwil comes directly from a Swiss mountain water power plant. So this hydrogen comes from renewable energy. In contrast, the combustion engine cars with imported fossil fuel, which produces as exhaust water, carbon dioxide and possible other reaction products, such as the NOx.

 

 

 

Curiosity and the freedom to doubt

  • To many Physicists, Richard P. Feynman is either known as the Nobel Laureate who shared his prize with Julian Schwinger about some mathematical problems in quantumelectrodynamics and how to solve them – with a trick.
  • Or they know Feynman as the author of the Feynman Lectures in Physics, I think three books on Experimental Physics which were even recommended for the Theoretical Physics course at my alma mater.

Or they know Feynman for both.

  • I know Feynman particularly for the other books – about him. Surely you’re joking, Mr. Feynman. Six not so easy pieces. Six easy pieces. What do you care what other people think? …

On the night of the 14 August 2015 I came across a YouTube video with Bertrand Piccard, where he gave a public lecture on Zeitgeist Americas 2013:

Piccard, who is known for a number of pioneering which I would call “aeronautical stunts”, starts out in his lecture with a claim, a statement which he had read at the entrance to his auditorium. It’s being claimed there:

Everyone is looking for new things all the time.

Piccard then comments on this quote:

I’m not sure it’s true. I believe that maybe here in this room we are all looking for new things. We are curious. And actually we find our balance into the unknown. But so many people in life don’t trust life at all. So many people are afraid of the unknown. Afraid of the doubts. Afraid of the question marks. So what do they do? They try to find completely other tools than curiosity. They try to find control, power, speed. Because this helps them to fight against the doubt and the question marks. This helps them to fight against the uncertainty, against the “changeants”. Against everything that can threaten their comfort zone. So what I love so much in ballooning actually is the fact that when you fly a balloon you learn exactly the other things, exactly the opposite, exactly the contrary. You learn to have – no power. Because you have no engine. You learn to have no control, because you’re pushed by the wind. …”

Now this is very interesting, the distinction between a) people who are curious and in there find their balance, b) and those people who are scared of doubts and questions and rather seek power and control for their balance.

When I heard these words from Piccard, I was then reminded of Feynman who elaborated on the “Meaning of it all” and “The Freedom to doubt”.

Let me quote (http://laserstars.org/bio/Feynman.html) here Richard Feynman from the book “What do you care what other people think?:

The scientist has a lot of experience with ignorance and doubt and uncertainty, and this experience is of very great importance, I think. When a scientist doesn’t know the answer to a problem, he is ignorant. When he has a hunch as to what the result is, he is uncertain. And when he is pretty darned sure of what the result is going to be, he is in some doubt. We have found it of paramount importance that in order to progress we must recognize the ignorance and leave room for doubt. Scientific knowledge is a body of statements of varying degrees of certainty — some most unsure, some nearly sure, none absolutely certain.

Now, we scientists are used to this, and we take it for granted that it is perfectly consistent to be unsure – that it is possible to live and not know. But I don’t know whether everyone realizes that this is true. Our freedom to doubt was born of a struggle against authority in the early days of science. It was a very deep and strong struggle. Permit us to question — to doubt, that’s all — and not to be sure. 

And this reminds me of an opinion brought forward by John F. Kennedy in his well known speechThe President and the Press“, where Kennedy says

No President should fear public scrutiny of his program. For from that scrutiny comes understanding; and from that understanding comes support or opposition. And both are necessary.

Obviously, the principle of doubt (controversy) which is known to scientists as a painful evolution (Galileo Galilei) has made it also into modern politics, at least by Kennedy, and to at least one ancient lawmaker (Solon), if you read on Kennedy’s speech.

Whereas in law making and in politics, doubt could be considered a necessary systemic reflex against unilateralism and totalitarianism, in science I believe it could have a true academic origin, this is the curiosity.

Coming back to Piccard’s speech, he says there is two sorts of people, the ones who are curious, I would say the ones who seek questions, rather than answers. And then there is the other class of people, those who  cannot stand questions and won’t rest until they have an answer. The latter are the ones who need control over things, the ones who are not apt to the idea of freedom.

Can the aforementioned systemic reflex of doubt against unilateralism still be considered as originating from the same field like the freedom to doubt in scientific affairs?

Acknowledge the Acknowledgement

Recently I received a manuscript draft from my project collaborator with my name on the author list. In my capacity as co-PI I was happy to glance over another manuscript for a soon to be finished project . But as I lately have been caught up with many extra work, I had no time to deeper engage with this manuscript, and asked my young collaborator that she should take me off the author list. She then reminded me of my status as co-PI in the project and my past contributions which led to the making of that very paper, thus justifying my authorship. But I had no time for the extra work on this paper and felt I should do so if I wanted to warrant co-authorship.

In the end, I asked her that she should just mention me in the Acknowledgement, together with the supervisor of a young visiting researcher from another country. This postdoc had joined my group for some months and had had the opportunity to work in the aforementioned project and also work on the paper and thus gain co-authorship. Looking at it from this perspective, I was happy that the visiting postdoc’s supervisor in the other country and I could now document our new and informal collaboration in this Acknowledgment, along with the travel grant number of the visiting postdoc.

Few days later, by coincidence, I met on our campus a colleague who had been working with a former Phd student in my group over several years on an informal project which had made it to a manuscript draft, but not yet to a publication. As I had been following and peeking over the progress of this work for such a long time, I told my colleague I was happy that the publication would now materialize, and he said we should meet altogether soon to finalize details and I then should become co-author of that paper. I replied with a “… no – that’s not necessary, I am happy to be mentioned in the Acknowledgement”, and after a short verbal struggle with my dear colleague I begged him “Acknowledge the Acknowledgement”.

Being co-author of as many high profile publications as possible is important for a career in science. This bears certainly the potential of abuse, such as a claimed authorship, where no authorship is due. This is why organizations like the National Science Foundation, the German, the Swiss and the European Science and Research Foundations and also the ACS provide rules and ethical guidelines about what constitutes an authorship for a publication.

Certainly we want to bring in ourselves in the scientific work and in the publication as much as possible. But as life has limits of various kinds, we may end up in an Acknowledgement, which unfortunately is not always valued by our employer, funding agencies, professional organisations, search committees and the like. The Acknowledgement is not really part of the performance metrics these days, except maybe for the funding project number.

Therefore, I would like to urge everybody to responsible look into a list of authors and co-authors of a publication, and also in the Acknowledgement. The contribution to a project and a publication can be important, can be material, can be even critical, and still formally not satisfy the criteria for authorship. Yet, this important your contribution should be acknowledged by your peer – up to the hierarchy – with a serious and well-deserved credit. In short, acknowledge the Acknowledgement.

Nachrichten aus der Chemie: “Keine Experimente!”

Können die Fachhochschulen den Universitäten bald den Rang ablaufen? Eventuell sogar als intellektuelle Zentren?

Das wäre eine Überraschung, denn Fachhochschulen bilden Experten aus, die sich fachspezifisch äußern, wenn sie angefragt werden.

Intellektuelle hingegen nehmen ungefragt Stellung zu gesellschaftsrelevanten Themen. Das traut man nur Universitäten zu.

Jüngst störte ein Chemieprofessor der (Fach-) Hochschule Merseburg eine Eröffnungsrede der Bundeskanzlerin nach 68er Manier lautstark und mit Transparent mit der Forderung “Keine Experimente!”.

Das gleiche Motto, mit dem Kanzler Adenauer 10 Jahre vor den Studentenrevolten die absolute Mehrheit für seine Partei eingefahren hatte.

Da die Majestätsbeleidigung in der Bundesrepublik nicht strafbewehrt ist, wurde der Professor nicht von der Polizei abgeführt, aber immerhin doch vom Saalschutz hinauseskortiert.

Damit kann die Hochschule Merseburg, die sich ansonsten auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen beschränkt, nun einen richtigen Dissidenten zu ihren Fakultätsmitgliedern zählen.

Es scheint aber, dass der Hochschule noch die Kragenweite für einen solchen intellektuellen Aufstieg fehlt. Sie distanzierte sich von ihrem Professor und stellte disziplinarische Vorüberlegungen an.

Als der Schreck in Merseburg nachgelassen und der Verstand wieder eingesetzt hatte, entschied man, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen.

Veröffentlicht unter

Artur Braun, “Keine Experimente!”, Korrespondenz, Nachrichten aus der Chemie (Wiley) 04/2016; 0.201 64(4):458.